Saisonvorschau Bundesliga 2016/2017

Noch befindet sich die Schach-Bundesliga zwar mitten in der Sommerpause, doch spätestens seit Anfang August ist die neue Saison bereits in aller Munde. Bis zum 31.07. waren die Mannschaftsaufstellungen abzugeben und wie in jedem Jahr hat sich auch diesmal so einiges getan.

Während der entthronte Serienmeister aus Baden-Baden noch einmal erheblich nachgerüstet hat und nunmehr die Hälfte der Top 10 der aktuellen Weltrangliste in seinen Reihen hat, werden andererorts die sportlichen Ziele nicht ganz so hoch angesetzt.

Dies gilt auch für die Mannschaft des FC Bayern München, die sich in der kommenden Saison auf einigen Positionen verändert präsentiert. Insgesamt vier neue Gesichter gehören zum Aufgebot, wobei einer der Neuzugänge eigentlich ein "alter Bekannter" ist. Zoltan Ribli, der zu der Mannschaft gehörte, die in den 80er und 90er Jahren die bisher größten Erfolge für die Schachabteilung des FC Bayern erzielt hat, kehrt in die bayerische Landeshauptstadt zurück. Selbstverständlich nicht nur sportlich ein großer Gewinn für die Mannschaft, denn ohne Frage gehört Zoltan Ribli auch den zu den größen Sympathieträgern des Schachsports.

Ansonsten gehört die Bundesligabühne des FC Bayern aber zunehmend talenierten Nachwuchsspielern. Drei davon haben jüngst den Weg zum FC Bayern gefunden und einen Startplatz in unserer Bundesligamannschaft erhalten. Mit Linus Johansson und Philip Lindgren gehören zwei junge Internationale Meister dazu, die in ihrer schwedischen Heimat im gleichen Verein groß geworden sind wie Stefan Schneider, der bereits seit 15 Jahren beim FC Bayern aktiv ist. Beide haben sicherlich das Potenzial hochkarätige Gegner zu "kitzeln", und genau das haben sie durchaus auch vor.

Mit Denis Gretz steht auch ein vielversprechendes Talent aus Bayern in der Mannschaftsaufstellung. Er besetzt als Nr. 17 erstmals eines der Jugendbretter und wird in der kommenden Saison auch in der 2. Mannschaft des FC Bayern in der Oberliga spielen.

Den vier Neuzugängen stehen drei Abgänge aus der Mannschaft gegenüber. Den Verein verlassen hat Florian Masaros, den es nach nur einer Saison in München nunmehr nach Eppingen gezogen hat, wo er sich einer neuen schachlichen Herausforderung zuwenden wird. Dem Verein erhalten bleiben dagegen Stefan Löffler und Johannes Zwanzger. Während sich Stefan Löffler in der bevorstehenden Saison auf Aktivitäten außerhalb der Mannschaftskämpfe konzentriert, wird Johannes Zwanzger, der in der letzten Saison zwischen mehreren Mannschaften hin- und hersprang, künftig einen festen Platz in nur einer Mannschaft einnehmen. Seine Wahl fiel auf die 3. Mannschaft in der Regionalliga.

Nadem die Mannschaftsaufstellungen inzwischen bekannt sind, darf natürlich auch bereits fleißig über die Chancen der einzelnen Mannschaften diskutiert werden. Unsere Mannschaft wird - und das ist keine Überraschung - um den Klassenerhalt kämpfen. Dieser ist das erklärte Ziel und vielleicht klappt es ja diesmal auf ganz regulärem Weg, ohne die "Schützenhilfe" der vergangenen Jahre. Zumindest sollte eine bessere Platzierung in der Tabelle als zum Abschluss der Vorsaison durchaus im Bereich des Möglichen sein. Es wird auf jeden Fall spannend. (Wengler)